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Brille für Ausblick aufgesetzt
Dienstag, 19. Januar 2016

Am gestrigen Neujahrsapéro der Sektion Gewerbliche Industrie Liechtenstein hielt Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer sein Referat über die Herausforderungen, welche in diesem Jahr auf die Politik und die Wirtschaft Liechtensteins zukommen werden.

JULIA KAUFMANN

VADUZ. Der alljährliche Apéro der Sektion Gewerbliche Industrie Liechtenstein, kurz GIL, wird gerne für einen Gedankenaustausch unter den Mitgliedern der GIL sowie von weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft genutzt und ist stets gut besucht.

An der gestrigen Veranstaltung im Foyer des Vaduzer Saals zeigte Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer im Rahmen eines spannenden Referats auf, welches die Herausforderungen 2016 für Politik und Wirtschaft sein werden. Dabei beleuchtete er vier Hauptpunkte, die ihm besonders am Herzen liegen.

«Noch nicht ausgestanden»

Zwiefelhofer betonte gleich zu Beginn seines Vortrags, dass es wichtig sei, eine optimistische Haltung einzunehmen und in den Herausforderungen und Schwierigkeiten, welche Liechtenstein in diesem Jahr erwarten, zugleich auch eine Chance zu sehen. «Die erste Herausforderung, auf welche ich heute zu sprechen komme, ist die Frankenstärke, die uns nun ziemlich genau ein Jahr begleitet und immer noch nicht ausgestanden ist», erklärte der Regierungschef-Stellvertreter. Vor allem der Detailhandel, das Gastgewerbe sowie die Baubranche mussten durch den Entscheid der Nationalbank im vergangenen Jahr teils erhebliche Einbussen hinnehmen. «Jedoch haben die Regierung wie auch die Unternehmen mit sofort eingeleiteten Massnahmen Gegensteuer zum Frankenschock gegeben», sagte Zwiefelhofer weiter. Zu diesen Massnahmen zählt beispielsweise die Verdoppelung des Budgets für die Innovations- und Exportchecks, was auch 2016 weitergeführt wird.

Chancen summieren

Vom Referenten wurde ebenfalls der Fachkräftemangel angesprochen, der behoben werden müsse, um die Stärke der liechtensteinischen Volkswirtschaft zu bewahren. Ein Rückschlag erlitt dieser Bereich im vergangenen Jahr mit der Einführung der Masseneinwanderungsinitiative der Schweiz. «Die Regierung ist in ständigem Kontakt mit dem Bundesrat und hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um verschiedene Eventualplanungen vorzunehmen», erklärte Zwiefelhofer. Eine wirtschaftsverträgliche Lösung steht weiterhin noch aus.

Mit der Reform der Pensionsversicherung, welche 2017 in Kraft treten wird, werden sich die Lohnnebenkosten der Unternehmen zwar ein wenig erhöhen, jedoch kann letztlich eine höhere Altersrente bezogen und somit die Sicherung der Sozialwerke gewährleistet werden.

Als vierte Herausforderung sprach der Referent von der Standortförderung, für die Liechtenstein gute Rahmenbedingungen bietet, jedoch auch über einen begrenzten Arbeitsmarkt verfügt. «Für eine gedeihende Entwicklung des Wirtschaftsstandorts ist es von grundsätzlicher Bedeutung, eben diese Vorteile auszubauen und gleichermassen die Nachteile zu benennen und wenn möglich zu minimieren.»

Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer, Magnus Tuor, Präsident GIL, und Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer (v. l.) zeigten sich mit dem Anlass sehr zufrieden.

Edi Zorc von der LLB, Magnus Tuor, Präsident der GIL, und Arnold Matt, Präsident Wirtschaftskammer Liechtenstein (v. l.), im Gespräch vertieft.

Bilder: Daniel Schwendener

Gieri Blumenthal, Vorstandsmitglied GIL, Franz Wachter, Vizepräsident GIL, und Adolf E. Real (v. l.) unterhielten sich vor dem Referat.

Die geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft lauschten gebannt den Worten von Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer.

Anregende Gespräche am Neujahrsapéro der GIL: Magnus Tuor, Präsident der GIL, Isabell Schädler, Geschäftsführer-Stellvertreterin der Wirtschaftskammer Liechtenstein, Arnold Matt, Präsident der Wirtschaftskammer Liechtenstein, Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelho- fer, Peter Büchel, VU-Landtagsabgeordneter, Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer, Frank Konrad, VULandtagsabgeordneter, Violanda Lanter, Landtagsvizepräsidentin, und Christoph Wenaweser, VU-Landtagsabgeordneter (v. l.).

 


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