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Globetrotter-CEO André Lüthi: «Reisen ist die beste Lebensschule»
Dienstag, 28. Januar 2014

Rund 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft kamen gestern zum Neujahrsapéro der Gewerblichen Industrie im Vaduzer Saal. André Lüthi rief in seinem Referat dazu auf, den Kopf auch bei widrigen Umständen nicht in den Sand zu stecken.

Mit André Lüthi durfte Franz Wachter, Vizepräsident der Sektion Gewerbliche Industrie der Wirtschaftskammer, einen illustren Gast in Vaduz begrüssen: André Lüthi war 20 Jahre lang Geschäftsführer des Globetrotter Travel Service, seit 2013 ist er Verwaltungsratspräsident der Firma sowie CEO der Globetrotter Group Holding. 2012 wurde Lüthi zum schweizerischen Unternehmer des Jahres gekürt. In einem kurzen Interview von Moderatorin Berit Pitschmann darauf angesprochen, wie er «vom Gebäck zum Gepäck» gekommen sei – Lüthi absolvierte ursprünglich eine Lehre als Bäcker-Konditor –, antwortete dieser: «Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht.» Um hinzuzufügen: «Arbeiten gelernt habe ich als Beck.» Eine Aussage, welche die anwesenden Gewerbler gefreut haben dürfte.

Hohe Weiterempfehlungsrate
Unter dem Titel «Breaking the Rules – Die andere Art der Unternehmensführung» zeigte André Lüthi auf, was den Erfolg seiner Unternehmensgruppe ausmacht. «Wir kochen jedem Kunden sein Süppchen», bekräftigte er, dass Globetrotter massgeschneiderte Lösungen für alle Bedürfnisse findet. Offenbar mit Erfolg: Im vergangenen Jahr überstieg der Umsatz der Unternehmensgruppe zum ersten Mal die Viertelmilliardenmarke. Grundlage dieser Entwicklung seien zufriedene Kunden: 60 Prozent der Reisenden buchten nicht zum ersten Mal bei Globetrotter, erklärte Lüthi; 83 Prozent der Neukunden würden durch Weiterempfehlungen bestehender Kunden akquiriert.

Das Erfolgsgeheimnis liege in einem Motto, das auch für jede andere Branche gelte: «In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.» Dass Reisen eine Lebensschule ist, gehört zum Selbstverständnis des Unternehmens. Deshalb würden nur Reisebegeisterte eingestellt, die mindestens drei Monate auf drei Kontinenten ausserhalb Europas verbracht hätten. Eine gute Führung besteht für Lüthi darin, den Mitarbeitern zwar ein klares Ziel und einen Weg dahin aufzuzeigen, aber ihnen gleichzeitig Spielraum zu lassen und zu vertrauen. «Man muss den Mut haben, Umwege zu gehen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren», beschrieb der Referent sein Credo.

Herausforderungen begegnen
André Lüthi zeigte sich überzeugt, dass es trotz der Konkurrenz aus dem Internet auch 2018 noch Reisebüros geben wird. «Es weht ein kalter Wind in der Branche. Aber wenn man weiss, was auf einen zukommt, kann man sich dafür rüsten.» Es gehe darum, den Kunden etwas zu bieten, was das Internet nicht könne: Persönliche Gespräche mit erfahrenen Mitarbeitern, die ihnen zuhören und sie beraten. Gleichzeitig zeigte sich Lüthi realistisch: «Dass der Geschäftsreisende, der zum zehnten Mal nach London oder New York fliegt, seine Reise im Internet bucht – daran können wir nichts ändern, darüber muss man nicht jammern.»

 


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