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Prinz Michael referierte zu geopolitischen Zusammenhängen
Dienstag, 22. Januar 2013

Volksblatt, 22. Januar 2013

Hörenswert Beim Neujahrsapéro 2013 der Gewerblichen Industrie Liechtenstein referierte S. D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein gestern Abend in der Weinkellerei in Vaduz zum Thema «Die Bedeutung des Verständnisses für Geopolitik».

Er zeigte dabei auf, wie wichtig es für das Fürstentum Liechtenstein ist, geopolitische Zusammenhänge zu kennen und anzuwenden. «Alles, was nicht für Europa gut ist, ist auch für das Land Liechtenstein nicht gut», betonte Prinz Michael von und zu Liechtenstein in seinem Referat. Dieses fand gestern Abend anlässlich des Neujahrsapéros 2013 der Gewerblichen Industrie Liechtenstein statt. In seinem interessanten Vortrag erläuterte er den Begriff «Geopolitik» und wie dieses Wissen für das Fürstentum Liechtenstein genutzt und umgesetzt werden kann. Prinz Michael ist Gründer und Vorsitzender von Geopolitical Information Service AG in Vaduz, einem geopolitischen Informations- und Analyseunternehmens. Als Geopolitik wird die politikwissenschaftliche In terpretation geografischer Gegeben-heiten bezeichnet. Diese beleuchtet die Zusammenhänge und Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur/Tradition. Die Globalisierung und technische Entwicklung, so Prinz Michael, führe zu immer stärkeren, wechselseitigen Abhängigkeiten. Die Geopolitik untersuche, was sich wie und in welcher Weise auf wen auswirke. Gleichzeitig wird auch versucht, die tatsächlichen Ursachen, zum Beispiel für einen Konflikt zu ergründen.

Zahlreiche Krisenherde
Es gibt momentan auf der ganzen Welt zahlreiche Krisenherde und Konflikte zwischen Ländern, welche nur erklärt werden können, wenn man die geopolitischen Kenntnisse hat. Als Beispiele nannte Prinz Michael die Konflikte Iran – USA, Frankreich – Mali, Indien – Pakistan sowie die momentanen Spannungen zwischen den USA und China. Schnell sehe man, dass grosse Länder ihre Interessen gedeckt sehen möchten. So versuche China seinen Einfluss in Afrika stetig zu erhöhen, um an Ressourcen zu gelangen. Auch die USA unternehmen alles, dass der Fluss der Rohstoffe gesichert sei. Obwohl das Konstrukt « Europa » eine gute Sache sei, schwinde das Ansehen immer mehr, und Europa verliere langsam die Macht als «Global Player». Selbst bei Kriegseinsätzen sei Europa auf die USA angewiesen.

Wissen fürs Land umsetzen
Insgesamt werde die Situation in Europa gefährlicher. Allerdings könne das geopolitische Wissen für das Land Liechtenstein genutzt werden, durch eine vorsichtige, vorausschauende Politik, die mithilfe dieses Wissens Trends vorwegnehmen und sich über eine geschickte Nischenpolitik positionieren könne. In der Wirtschaft und dem Gewerbe könnten mithilfe des systematischen Beobachtens Entwicklungen in relevanten Märkten, in Energie- und Exportfragen, bei Rohstoffen und Konsumenten besser eingeschätzt werden. Deshalb, so Prinz Michael, sei geopolitisches Wissen für die Aussenpolitik, die Wirtschaft, die Migration und innerstaatliche Sicherheit und die Energie von grosser Bedeutung. Eine Fragerunde und ein Apéro rundete den gelungenen Anlass ab.


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